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Grußwort von Galsan Tschinag:

Liebe Freunde, Bekannte und Interessierte!

Das Zeitrad hat sich weiter gedreht, und Ihr verdient es, wenigstens ein Lebenszeichen von mir aus der fernen Mongolei zu erhalten.

Zuerst dies: Sohn Galtai ist nach einer dreitägigen Fahrt mit 2 Yak-Bullen auf der Ladefläche, die aus der Mittelmongolei stammen, im Hohen Altai angekommen .In einem zweiten Auto folgten 41 Kaschmir-Ziegen aus dem Südwesten des Landes. Alle Tiere sind wertvolle Zuchttiere für die Tuwa. Vor 2 Jahren haben wir 30 Schafe aus dem Nordwesten erstmals zur Vermischung mit unseren Schafen zu unserer Sippe bringen lassen (finanziert vom Förderverein Mongolei e.V.) Das hat sich als eine sehr gute Ergänzung für unsere traditionelle Schafzucht erwiesen. Aus diesem Grund werden wir das Zuchtprogramm auf Hengste und Stuten demnächst ausweiten. So ist unser Plan für die nächsten Zeit.

Nach Beendigung der Baumpflanzung im Juni 2020 ist Galtai vorwiegend im Altai tätig. Er hat seine Käserei wieder aufgenommen und beaufsichtigt den Bau eines eigenen Camps in Oelgij für ankommende Touristen und als Begegnungsstätte.

Wie geht es mir?

Meine sonst so trockene Steppenwelt zeigt sich heuer klitschnass und schwimmt in Wasser und Schlamm. Mein Grundstück droht, mit seinen Bäumen, Gräsern und Blumen zu ersticken. Ja, wir haben einen so nassen Sommer, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Es regnet nicht, es schüttet wie aus Kübeln, dazu Hagelschlag. Wir haben keine Beeren mehr, und die Bäume kaum noch Blätter. Der dichte Vorhang, der uns sonst vor den Blicken der Straße schützte, ist nicht mehr. Die Konsequenz: ich habe meine Regenmaschine abgeschaltet …

Und nun zu dem Thema Covid-19:

Da stellt die Mongolei wahrhaft eine paradiesische Insel dar. Obwohl zwischen zwei Pandemie-Großzentren China und Russland gelegen, ist sie als Land bislang coronafrei geblieben. Die 301 Fälle, alles Eingeschleppte von den vielen Mongolen , die aus dem Aausland herübergeholt wurden , sind inzwischen fast alle gesundet. Kein einziger Todesfall! Dies bei den Mongolen, die von vielen Menschen im Ausland bislang für berüchtigt unordentlich gehalten wurden, während woanders, wo so manche Kulturnationen in sich selbst verliebt sind, uns ein trauriges Bild anstarrt. Deutschland, mein Lieblings- und Traumland, das ich aus Ehrfurcht Germanien nenne, was aber geschieht daselbst in diesen Tagen? In den Augen meiner germanienorientierten Vernunft ereignen sich unglaublich unvernünftige Dinge. Der unschöne Geist aus der Zeit, da das heutige Deutschland aus 300 Kleinstaaten bestanden hat, scheint sich wiederbelebt zu haben. Jedes Bundesland pocht auf eigene Gesetze, die sich aber von heute auf morgen ändern.

Was mich erschreckt, sind die vielen Verschwörungstheorien, die Uneinigkeit der Menschen, die Vergötterung des Individuums, die Covidiotie. Dass vor wenigen Tagen und auch gestern, am 30. August, ca. 30 000 Covididioten in Berlin ohne Masken und dicht bei dicht demonstriert haben, ist nach meinem Verständnis einfach unglaublich dumm und rücksichtslos.

Wie das Corona-Virus zustandegekommen ist, wird sich wohl nie eindeutig klären lassen. Menschenwerk oder Werk der Natur? Nun ist es eine unübersehbare Tatsache. Und sie hat alles durcheinandergequirlt, was unser Leben bis dahin ausgemacht hatte. Auch dann, wenn verschiedene Impfstoffe dagegen zur Verfügung stehen, wird es ein Bestandteil unseres Lebens bleiben. Denn gänzlich ausrotten lässt es sich wohl nie.

Dieses Virus hat uns allen viel genommen, aber auch viel gegeben. Die Umwelt zum Beispiel erholt sich, und die Mongolen haben sich als superdisziplinierte Wesen erwiesen. In einer englischen Zeitung soll Folgendes zu lesen sein: „Das Mongolenvolk hat sich wieder einmal unter den Geist von Dshingis Khan gestellt“. Wahr ist jedenfalls, wir sind hygienischer und disziplinierter geworden. Denn wir haben eine Sache sehr gut begriffen: Sollte die Epidemie nicht zum Stillstand kommen, könnte das leicht unser aller Ende bedeuten. Fernerhin hat die Pandemie den größenwahnsinnig Gewordenen gezeigt, dass ihre Kern- und sonstigen Waffen sich schnell als machtlos erweisen, und der Atem des Sensenmannes eher sie streift als die kleinen Randvölker der heutigen Welt

Sosehr ich mein traumschönes Germanien und die Germanen auch vermisse, ich werde unter den heutigen Umständen in meinem sicheren coronafreien Domizil am Rande der mongolischen Steppe vorerst bleiben. Alles andere wäre wohl in meinem Alter eine versteckte Art von Selbstmord …

Erhaltet Euch eine gute Portion gesunden Menschenverstand, wovon wir alle genug in uns tragen und bleibt gesund!

Häuptling des D’wa-Stammes

Galsan Tschinag

  1. Ab Oktober : Es gibt die Möglichkeit, mit mir per Video zu kommunizieren und Fernberatungen zu erhalten. Auch über Skype bin ich erreichbar. In den Tagen der Abschottung rückte die Technik immer mehr in den Mittelpunkt.

Mehr: www.galsan.info

Bitte einen Tag vorher anmelden tschinag@galsan.info

 

Absage der Herbstreise

Die Herbstveranstaltungen fallen leider ebenfalls wegen der Corona-Situation aus.  

Am 6. März hat die mongolische Regierung empfohlen, Reisen in Corona-infizierte Länder zu meiden. Deshalb und nach ärztlichem Rat aus Deutschland hat Galsan Tschinag sich entschlossen, die Frühjahrsreise nach Europa abzusagen. Er bittet alle LeserInnen und Freunde um Verständnis.

Für weitere Informationen und bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Wilma Brüggemann, Telefon: 07022.39889, Mail: wilma.brueggemann@t-online.de

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