Termine

Neue Online-Veranstaltungen mit Galsan Tschinag im Frühjahr

„In einer Jurte sein, das Licht lebendig halten, Heilung fördern“
Galsan Tschinag und Galtai Galsan nehmen uns mit auf eine Reise in die Mongolei:

Online-Lesung:
Freitag, 19. März 2021 9-11 Uhr, Teilnahmebeitrag 19 Euro

Online-Seminar:
Samstag, 20. März 2021 9-12 Uhr und Sonntag, 21. März 2021 9-12 Uhr, Teilnahmebeitrag 100 Euro

Anmeldung und Information:
Christine Scharlipp, Tel.: 02261-979952, Mail: christine-scharlipp@t-online.de

Kontodaten:
Förderverein Mongolei e.V.
IBAN DE72 6129 0120 0394 3660 00
BIC GENODES1 NUE

Galsan Tschinag unterstützt mit seinen Honoraren im Rahmen seiner Stiftung landesweit Wiederbewaldungsprojekte „Eine Million Bäume für die Mongolei“ sowie zahlreiche soziale Projekte, vorwiegend für sein Volk, die Tuwa-Nomaden.

Flyer-Download:

Vorweihnachtlicher Rundbrief aus der Mongolei von Galsan Tschinag

O Ihr Lieben Freunde jenseits der hässlichen Mauer,
gezogen durch die knöcherne Hand
des geheimnisumwitterten Unwesens CoronaVirus!

Der Elfte Tag vom Elften Monat des von außen so ausgeglichen aussehenden Jahres 20:20 war wohl für die Mongolei Ihr Elfter September oder auch Elfter März – dieses letztere Datum traf, glaube ich doch, Spanien, oder? Jedenfalls passierte da auch etwas fürchterlich Blutiges – so kommt mir vor.

Ja, an diesem Elften November /, an welchem wir Punkt Elf Uhr Elf Minuten in unserer lieben /nachträglich als so unfrei attestierten/ DDR doch mit dem Faschingsfest zu starten pflegten, startete das CoronaVirus mit seinem Schreckensterror: Ein LKW-Fahrer, der aus Russland Güter herüberbrachte, wurde als angesteckt erkannt und als diese Erkenntnis an die Öffentlichkeit drang, hatte er schon mit Hunderten von anderen Personen Berührung gehabt!

Diese Nachricht glich einer Bombe, die einschlug und Schreckenswellen bis an alle Ecken und Enden des Landes auslöste. Die Menschen, die ganze zehn Monate lang zwar auch mit Nachrichten über die Pandemie von vielen Kanälen aus bombardiert worden waren, dabei aber in dem schmeichelhaften Glauben gelebt haben, dass wir mit unserer guten Luft und ökologischen Küche resistent selbst gegen Pandemien wären, gerieten in Panik, wie alle selbstgekürten Helden.

Die, welche all die Tage, Wochen und Monate Heldenrollen gespielt hatten und jene, die so angenehme Rollen gewöhnt waren, wurden mit einem Mal klein und nachdenklich. Und stecken seitdem in strengstem Lockdown. Und fingen an, wieder auf Worte und Gesten der Machthaber zu hören. Dies, als wenn die alten Ängste in den Menschen wieder erwachten. Ja, das hat man einmal gekannt. Und selbst in denen, die jene Zeiten selber nicht gekannt haben, müssen die Ängste durch Erzählungen ihrer Nächsten nachgewirkt haben. Jedenfalls erwiesen sich die Mongolen als regierbarer als europäische Völker, die aus ihrem Menschenrecht nach eigenem Belieben verschiedene religiöse Sekten drehten und so sich schwer taten, indem sie in die Mörderschere der Pandemie pathetisch marschierten.

Oder war es der berühmt-berüchtigte Geist von dem DschingisKhan, der uns immer noch auf eine Linie zu stellen weiß, wie eine englische Zeitung, unsere Disziplin bewundernd, über die Lage hierzulande geschrieben haben soll? Wie auch immer, ich fand das, was hierzulande geschah, wesentlich besser als das Chaos, das in europäischen Ländern seit Monaten herrscht.

In den vergangenen drei Wochen gab es an die vierhundert Ansteckungsfälle. Und wenn ich die Herkünfte der Neuansteckungsfälle beobachte – vorgestern 17, gestern 11, heute 10, so kommen diese dabei alle aus Gruppen unter Quarantäne gesetzter Kontaktpersonen. Sodass man glauben dürfte, dass die Behörden es wieder in Griff hätten. Wenn es damit stimmte, wäre es einfach wunderbar. Und dann darf die Welt unsere dshingisisch-mongisische Disziplin ruhig weiter bewundern!

Der Winter scheint wieder einmal recht kalt ausfallen zu wollen. Relativ viel Schnee liegt schon. Komplizierter wird die Überwinterung dadurch, dass Tausende von Nomaden mit Abermillionen Stück von Tieren auf Suche nach Weidegras und Schutzbleiben unterwegs sind. Neulich habe ich im Radio Interviews mit solchen Wandersleuten mir angehört: Sie sprachen von gut 700 Kilometern, die sie noch zu gehen hätten, um an dem angepeilten Ziel anzukommen. Dabei dachte ich, dass sie, kaum am Ziel angekommen, die Heimreise schon wieder anzutreten haben, und da werden die Herden abgemagert und abgeschwächt sein, vor allem die Muttertiere mit ihren von Tag zu Tag anschwellenden und schwerer drückenden Leibesfrüchten!

Diese Plackerei deswegen, weil es im Land einfach zu viele Tiere gibt. In all den Jahren der Planwirtschaft verfügte die Mongolei im Durchschnitt über 27,5 Millionen Stück Tiere. Im letzten Herbst ergab die Tierzählung über 90 Millionen und es hieß, damit wäre die Kapazität der Futtermöglichkeiten um das 4,5fache übertroffen. Einfach unmöglich!
Daher wohl reden die Tierexperten davon, 20 Millionen gleich schlachten zu lassen, während in anderen Jahren zur Winterschlachtung nur 10 Millionen Stück freigegeben wurden.

Es ist unausweichlich, dass wir demnächst machen müssen, was die Innere Mongolei in China in den letzten Jahren auch tut: Die Stückzahl der Tiere verringern und gleichzeitig danach streben, ihre Produktivität zu erhöhen. Wobei der Grundcharakter der mongolischen Viehwirtschaft auch weiterhin unangetastet bleiben sollte: Weidewirtschaft mit freilaufenden Tieren. Und gerade das würde die einzigartige Qualität von Milch und Fleisch in der Mongolei weiterhin aufrechterhalten.
Letztes Wochenende hatte ich die Ehre, ein Webinar zu leiten. Zwei Dutzend Menschen kamen da aus zahlreichen Ecken von vier Ländern zusammen. Und das war meine allererste Veranstaltung in der Art. O davor war ich aufgeregt und habe mir merkwürdige Gedanken gemacht, wie noch nie im Leben. Und so habe ich zu Übungszwecken den virtuellen Raum, der irgendwo für die Veranstaltung errichtet worden sein soll, einige Male angeklickt. Und zu meinem Erstaunen habe ich dort gleich jemanden getroffen! Also müssen andere auch neugierig auf das Bevorstehende gewesen sein. Und wir kamen sofort zu einem sehr herzlichen Gespräch. Was mich ermutigte. Zu meiner Freude standen dort die Namen von den Personen. Ich war so ungeduldig auf eine jede von ihnen. Also wagte ich als Probe, einige der Namen auch anzuklicken. Und einige tauchten auch auf, ganz einfach, wie Wolken aus dem nichts! So bildete sich im Irgendwo – oder auch Nirgendwo – eine Familie. Ja, genau dieses wunderbar liebe, heilige Wort möchte ich für das Gebilde, das in jenem Niemandsland, aber ebenso auch Jedermanns-Wohn- und-Wirkraum sich zeigte und festigte, verwendet haben. An manchen Tagen waren wir zu viert, fünft, sechst, an anderen aber schon zu neunt, zehnt, elft. Und das Wunderbarste dabei war: Wir gewöhnten uns schnell und heftig aneinander. Sodass man es mit Gefühlen wie bei Liebe auf den ersten Blick vergleichen könnte. Also kam auf diese Art und Weise eine Familie zustande. Und als der erwartete Tag anbrach und wir endlich zusammenkamen, da waren wir tatsächlich von einer allgemeinen Freude erfasst wie Mitglieder einer großen Familie. Und so fühlte ich mich jedenfalls von einer Feierlichkeit erfüllt wie bei einem Familientreffen. Was dann auch von den anderen mehrfach bestätigt wurde. Also war unser Webinar ein voller Erfolg, und die elektronische Post, die mich in den letzten drei, vier Tagen erreicht, scheint, auch nichts Anderes zu meinen. Worum ging es denn bei unserem Treffen? möchte ich nun resümiert haben. Die Ausgangssperre hat in allen Menschen eine große Sehnsucht nach anderen Artgenossen erweckt. Sowie ich mich nach der Nähe, den Stimmen, den vertrauten Gesichtern meines anderen Volkes, des Publikums, gesehnt habe, haben sich wohl viele nach meiner Gestalt, meiner Stimme und meinen Ratschläge gesehnt. Und wir wollten uns endlich wieder einmal aneinander gestärkt haben.
Und nach meiner Meinung zur Lage dieser Pandemie-Ära gefragt , überlegte ich recht lange und komme auf folgende Gedankenbündel:
Zuallererst müsste auch ich all die Schäden, die die Pandemie weltweit angerichtet hat, wenigstens erwähnen. Nur, da werde ich wohl kaum auf etwas Nichtgesagtes kommen, weil dies seit vielen Monaten zu den Lieblingsthemen so vieler Redner geworden ist. Daher versuche ich, aus einer anderen Ecke darauf meinen Blick zu richten. Also, die Natur hat sich in der Zwischenzeit ein wenig erholen können, sodass ich so manches Mal geglaubt habe, die Erde wieder atmen zu hören und den Himmel wieder leuchten zu sehen. Ebenso müssten die Flüsse endlich wieder friedlicher geflossen sein und die Meere sanfter gewellt haben. Auch habe ich beobachten können, wie das Wild, so auch das Geflügel sich uns wieder näherten. Worüber ich mich gefreut habe. Dann auch dies: Nicht gerade Freude, aber vielleicht eine kleine Schadenfreude habe ich gefühlt wegen der miesen Lage bei den Großmächten, die ja über alles Mögliche und Unmögliche an Vernichtungswaffen und Foltergerätschaften verfügen – gerade alle diese Herrschsüchtigen und Hochnäsigen, die sich seit langem so allmächtig wähnten, haben mit einem Mal erkennen und klein zugeben müssen, dass sie zum nötigen Augenblick nicht einmal gegen ein so winziges Wesen, wie dieses Virus gewappnet sind und hier absolut ohnmächtig sind, ha! Und dass in den letzten Monaten gerade die Großmächte es am schwersten gehabt haben, das kam mir wie ein Geflüster aus der Ecke des Höchsten Richters vor, muss ich gestehen!
Als wenn die augenblickliche schwierige Zeit mir jedenfalls das Mittelalter mit seiner Pest-Erfahrung näher gebracht hätte. Sodass Boccaccio zu einem meiner heutigen Kollegen geworden und Decamerone eines meiner Hauptthemen gewesen wäre.

Und schließlich hat die Pandemie mir nicht nur die Vergangenheit näher gebracht und sie hat mich auch auf die kommende Zeit zugetrieben. Ja, sie zwang mich, dass ich zu solchen Möglichkeiten wie Online und über Skype meine Wege durch die Welt suchte. Mit einigen von Euch habe ich in den letzten Tagen geskypt und heute erlebe ich mit Euch allen in Online mein erstes Webinar sogar. Also habe ich mit Euch nicht nur Verlust erleiden müssen, sondern auch Gewinne buchen dürfen!

So etwa bestand ich meine Feuertaufe auf diesem neuen, neuesten Felde. Und freue mich nachträglich sehr darüber, dass mein Publikum, genauso wie ich, es auch genossen hat. Und nun gleiche ich einer offenen Tür. Wer es nur wolle, komme ab nun auf mich zugeeilt!

Nun stehet Euch allen die schöne Weihnachtszeit unmittelbar bevor. Unsere nomadische Kultur kennt Weihnachten nicht, dafür werden wir Anfang Februar unser Zagaan Ssar, das Mondneujahresfest, feiern. Also wünsche ich Euch allen ein schönes: besinnliches und stressfreies Weihnachtsfest! Und dann einen guten, gesunden Rutsch in das Neue Jahr, welches wir uns allen coronafrei und friedlich wünschen!

G.T.
Dichterling-Lichterding
und NochHäuptling-erstrecht-Däumling

Erstes Online-Seminar mit Galsan Tschinag

Online-Termine per Skype möglich!

Galsan Tschinag ist über Skype für Gesprächen und Behandlungen zu erreichen!

Terminevereinbarung über Wilma Brüggemann:

Mail: wilma.brueggemann@t-online.de  Mobil: 0176 6182 4147

 

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